Der Kranichsteiner Backhausteich – Anmerkungen zu Gegenwart und Vergangenheit eines Jagdschloss-Teichs nebst literarischen Regenspenden von Elias Streff

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Am Jagdschloss Kranichstein vor den Toren Darmstadts ist der Backhausteich gelegen. Wer sich genauer mit dem Gewässer befassen möchte, kann dies unter mannigfaltigen Aspekten tun.

So ist der heutige Schlossteich je nach Betrachtungsperspektive ein prosaisches Produkt der Wasserbautechnik, ein Biotop für eine artenreiche Fauna und Flora oder ein landschaftsarchitektonisches Juwel, dessen Umgebung sich zum Spaziergangsidyll für erholungssuchende Großstädter entwickelt hat. Derzeit ziehen allerdings die örtlichen Schadfolgen des Klimawandels vermehrt den Blick auf sich. Denn bedauerlicherweise stellt der Klimawechsel den Backhausteich unter das wachsende Risiko von Trockenphasen und Wasserknappheit. Das lokalhistorisch motivierte Interesse dürfte den ehemaligen Funktionen des Teichs nachspüren wollen, welcher ein Wirtschaftsgewässer zur Versorgung der Darmstädter Landgrafenresidenz war wie ebenso ein Schauplatz höfischer Repräsentationskultur und Ereignisort hochherrschaftlicher Jagdleidenschaft. Aus individuell-biographischer Sicht spielt der Kranichsteiner Schlossteich in den Lebensgeschichten mancher Persönlichkeiten aus der hessen-darmstädtischen Fürstendynastie eine beachtenswerte Rolle. Der Beleuchtung dieser vielfältigen Facetten widmet sich die vorliegende Abhandlung.

Was es an Regenwasser für die auskömmliche Füllung des Backhausteichs braucht, vermag allein der Wolkenhimmel zu schenken. Die Schriftstellerzunft kann ein Regendefizit beklagen, die Dringlichkeit der Abhilfe mahnend schildern und das von oben nötige Nass sogar spenden; Letzteres naturgemäß nur imaginär. Ein Darmstädter Dichter, der nicht gezögert hätte, dem unter Hitze und Umweltdürre leidenden Kranichsteiner Schlossteich die erforderlichen Regenmengen fiktional zu bescheren, wäre sicherlich Elias Streff (13. Januar 1815 – 19. April 1843) gewesen: In den poetischen Wetterschilderungen dieses Erzählers goss es gerne wie aus Kannen. Mit narrativen Kostproben daraus kommt der große Literat hier auch selber zu Wort.

Artikelnummer: 978-3-87390-537-5 Kategorie: Schlagwörter: , , Autor:

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